Gertrudiskapelle & historische Bonner Altstadt

Gertrudiskapelle

Das Frauenmuseum in Bonn ist das einzige Museum weltweit mit einer ökumenisch geweihten Hauskapelle, der Gertrudiskapelle. Auf Wunsch werden hier Andachten und Wortgottestdienste abgehalten. Vor jeder Segensfeier findet ein persönliches Vorgespräch mit Curt Delander statt.

Die Heilige Gertrudis ist eine Äbtissin, geboren Anfang des 9. Jahrhunderts, die eine Tochter Pipins des Kleinen – König der Franken – gewesen sein soll. Im  Frauenmuseum befindet  sich eine ihr gewidmete Hauskapelle.

Die Exponate im Frauenmuseum sind den hartnäckigen Recherchen des Bonner Künstlers Curt Delander zu verdanken. Die Fundstücke haben eine lange Geschichte.

„626 wurde Gertrud in Brabant südlich von Brüssel in eine mächtige Familie geboren. Sie war eine Querdenkerin. Sie konnte lesen und schreiben, was für Frauen im frühen Mittelalter nicht ungefährlich war und sie gab ihr Wissen weiter. Sie setzte sich dafür ein, dass auch Mädchen die Heilige Schrift lesen konnten. Gertrud wird auf Abbildungen fast immer mit einem Buch in der Hand dargestellt. Daher auch die Verbindung zum Frauenmuseum“, erklärt Marianne Pitzen, Gründerin und Direktorin des Museums, über die Äbtissin von Neville.

Gertrud starb am 17. März 659 mit 33 Jahren.

Programm in der Gertrudiskapelle

Gottes Wort am Andersort

Jeden letzten Freitag im Monat um 18 Uhr laden Ingeborg Rathofer, Agnes Steinmetz, Curt Delander und Prof. Albert Gerhards zu einem geistlichen Impuls ein. Der Wortgottesdienst will am besonderen Ort Vertrautes und Unerwartetes miteinander in Beziehung setzen.

Führungen durch die Kapelle und die Gedenkstätte mit Curt Delander mittwochs 14 – 18 Uhr und nach Vereinbarung (telefonisch unter: 01705468354 oder per Mail über: curt-delander@t-online.de)

Weitere Veranstaltungen finden Sie in unserem Veranstaltungskalender. 

„Die Gertrudiskapelle ist ein Ort der Gastfreundschaft und Geborgenheit für alle Menschen, ungeachtet ihrer sexuellen und geschlechtlichen Orientierung, religiöser Überzeugung oder ethnischen Herkunft. 
Für die Gesellschaften Europas: dass die Errungenschaften freiheitlich-demokratischen Denkens nicht durch reaktionäre Kräfte verloren gehen. Dass Friede, Gerechtigkeit und Erhaltung der Natur menschliches Handeln bestimmen.“
Prof. Albert Gerhards

Gedänkstätte „Die wirkliche Bonner Altstadt“

Südlich der 1896 – 98 erbauten Rheinbrücke (dem Vorgängerbau der heutigen Kennedybrücke) bis zum Alten Zoll erstreckte sich das Rheinviertel, die ursprüngliche Altstadt von Bonn. Als Mittelpunkt des Rheinviertels galt die am unteren Ende der Giergasse unmittelbar am Rheinufer gelegene spätgotische Gertrudiskapelle. Das Rheinviertel wurde beim Bombardement von Bonn am 18. Oktober 1944 schwer beschädigt. Die erhaltenen Ruinen der zerstörten Gebäude – darunter auch die Gertrudiskapelle – wurden bis Mitte der 1950er Jahre abgetragen oder zugeschüttet. 2010 wurden im Rahmen von Baumaßnahmen die Fundamente der Kapelle noch einmal freigelegt und dann endgültig zerstört. Auf Initiative des Bonner Künstlers Curt Delander sind viele Fundstücke dieser ursprünglichen Altstadt jetzt im Frauenmuseum sicher verwart und für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht.