WIR SIND! Neue Frauenbewegung und feministische Kunst.

100 Jahre Frauenpolitischer Aufbruch, Teil 3

06.03. – 30.10.2022

Göttinnen im Rheinland

Verlängert bis 30.10.2022

WIR SIND!

Neue Frauenbewegung und feministische Kunst.

100 Jahre Frauenpolitischer Aufbruch, Teil 3

06.03. – 30.10.2022

WIR SIND! … am Start mit unserem Ausstellungs-Highlight des Jahres und nehmen Sie dabei mit in genau diese explosive Zeit, aus der das Frauenmuseum selbst hervorgegangen ist. Ausgehend von den 70ern bis zum Ende der 1980er Jahre zeigen wir Aufbrüche, Wendepunkte und nachhaltige Veränderungen, die wir heute als Erfolgsgeschichte feministischer Bewegungen in Gesellschaft und Kunst sehen. Gehen Sie mit uns auf interdisziplinäre Spurensuche. WIR SIND! … bereit!

GESCHICHTE & KUNST

„Mein Bauch gehört mir!“ Unter dieser Losung vereinigten sich zehntausende Frauen, um den § 218 zu bekämpfen, den eigenen Körper zu erkunden, ihr Selbstbewusstsein zu trainieren und neue Frauenräume zu schaffen. Das Thema Gewalt gegen Frauen wurde aus den patriarchalen Ecken und familiären Tabuzonen gerissen. Lesben-Gruppen gründeten sich ebenso wie autonome Frauenzentren. Es wird deutlich: Frauen waren an vielen Umbrüchen nach 1968 in entscheidender Weise beteiligt.

Vor diesem lila-bunten Panorama setzten Künstlerinnen einfallsreich und provokant die feministische Aneignung des Kunstraumes in Gang. „Das Private ist politisch!“ galt fortan auch in der Kunst. WIR SIND! versammelt Werke aus den Bereichen Video, Performance, Fotografie, Skulptur, Installation, Collage und Malerei. Wir präsentieren Arbeiten aus der hauseigenen Sammlung, den Depots der Künstlerinnen sowie öffentliche wie private Leihgaben. Vertreterinnen jüngster Tendenzen geben dazu Einblicke in die aktuelle feministische Kunstszene.

 

Gesamtleitung: Marianne Pitzen

Kuratorinnen: Bettina Bab, Silke Dombrowsky M.A.

im Team mit: Michelle Adler, Petra Genster, Charlotte Figulla, Sabine Huth, Johanna Schlenk

Pressekontakt: Ellen Junger, ellen.junger@frauenmuseum.de

KÜNSTLERINNEN: Monika Andres・Claudia Morca Bogenhardt・Gisela Breitling・Tely Büchner・Elke Carl・VALIE EXPORT・Monique Förster・Petra Genster・Gabriele Göbel・Sarah Gulik・Ina Heyner・Angelika Hummel・Evelyn Kuwertz・Verena Kyselka・Lisa Lancelle・Brigitte Mauch・Maina-Miriam Munsky・Bettina Neumann・Ingrid Plöttner・MAF Räderscheidt・Margaret Raspé・Ulrike Rosenbach・Johanna Sarah Schlenk・Marlies Schmidt・Sarah Schumann・Monika Sieveking・Annegret Soltau・Gabriele Stötzer・Ilse Teipelke・Chris Werner・Antonia Wernery・Tina van de Weyer・Harriet Wollert・Sabine Zurmühl

Göttinnen im Rheinland

7. März bis 30. Oktober 2022

Zum 40. Geburtstag des Frauenmuseums widmen wir uns den lokalen Matronen. Über 800 den Matronen gewidmete Steine sind auf dem Gebiet der ehemaligen römischen Provinz Niedergermanien gefunden worden und bezeugen die Bedeutung der Muttergottheiten vom 1. bis 3. Jahrhundert n. Chr.

Ergänzend zur Historie entstehen Kunstwerke verschiedener Künstlerinnen, in deren Zentrum die Papiermatronen von Marianne Pitzen thronen. Sie sind Zeichen für wundersame Nachhaltigkeit, weiblichen Geist und Weisheit.

Wenn es Regen gibt, sammle Wasser

Olena Ukraintseva

12. bis 31. August 2022

Pop Up Präsentation der ukrainischen Künstlerin Olena Ukraintseva im Rahmen der Ausstellung WIR SIND! Neue Frauenbewegung und feministische Kunst.  

Vernissage: 12. August, 17 Uhr in der 1. Etage

KunstVerrückt

Kunst aus der Psychatrie

16. August bis 12. September 2022

KunstVerrückt heißt die Ausstellung zum 140. Geburtstag der LVR-Klinik Bonn.

Patient*innen- Malerei, Informatives zur Architektur der 140 Jahre alten Klinik und Werke der Bonner Künstlerin Ruth Tauchert,  die sich zeichnerisch mit Exponaten im Psychatrie-Museum der Klinik befasst hat, werden zu sehen sein.

Ansprechpartnerin: Karin Runde, Karin.Runde@lvr.de

Vernissage: 16. August, 16 Uhr in der 2. Etage mit Empfang auf der Dachterrasse

Sie wollten nur studieren… 

Der Numerus Clausus und die jungen Frauen

20. November – 22. Dezember 2022

Die in der Ausstellung gezeigten jungen Frauen unterscheiden sich stark hinsichtlich ihres Geburtszeitpunktes und -ortes, ihrer wirtschaftlichen und sozialen Situation, ihres familiären und kulturellen Hintergrundes, ihres Wohnortes, ihrer Konfession, des Berufes des Vaters, ihres ursprünglichen Berufes und ihres späteren Werdegangs.  Allen gemeinsam war jedoch der Wunsch nach einem Studium und die Tatsache, dass das Numerus-Clausus-Gesetz ihr Leben grundlegend beeinflusste und ihre Lebensentscheidungen stark prägte und einschränkte.

Unsere Ausstellung versucht, das Schicksal, den Werdegang und die außergewöhnlichen Leistungen dieser im ersten Viertel des zwanzigsten Jahrhunderts geborenen Frauengeneration lebendig werden zu lassen und ihr Andenken zu bewahren.

Organisiert durch das Bonn Center for Dependency and Slavery Studies (BCDSS), Universität Bonn, basierend auf der Ausstellung der 2b Gallery in Budapest im Zusammenhang mit dem Forschungsprojekt „Academic antisemitism, women’s emancipation, and Jewish assimilation“ von Judith Szapor, McGill University, unterstützt durch einen Social Sciences and Humanities Research Council of Canada Insight Grant.

DIGITOPIA

Digitale Welten und Selbstbestimmung

– voraussichtlich März – November 2024 –

In welcher Welt wollen wir leben? Bestimmt der Mensch die Technik oder kontrolliert diese ihn schon und weite Teile der Gesellschaft? In allen Bereichen wirft die sich rasant entwickelnde Digitalisierung grundlegende ethische und gesellschaftspolitische Fragen auf. Ab Ende 2021 werden mit der Rationale 5 die digitalen Entwicklungen und ihre Auswirkungen auf die neuen Lebens- und Arbeitswelten in Bezug auf die Frauengeschichte thematisiert.

Kunst- und Kulturschaffende, Informatiker*innen und Ingenieur*innen zeigen in ihren Werken und interaktiven Projekten im Rahmen der Ausstellung die vielfältigen Aspekte des Menschlichen, das durch die technischen Entwicklungen in bisher nie gekannter Weise herausgefordert wird.

Wirken Kunst und Kultur als ethisches Korrektiv bedrohlicher technischer Entwicklungen? Jenseits von dystopischer Angstlust oder utopischem Optimismus wird an die rationalen Ideenwelten der europäischen Aufklärung angeknüpft und an der Schnittstelle zwischen Kunst und Technik der Versuch einer kritischen Standortbestimmung unternommen. Dazu können Ausstellungsbesucher*innen im Frauenmuseum als Future Lab Einblicke in das Programmieren bekommen und gegebenenfalls im 3D – Drucker ein eigenes Werk herstellen.