Wir können alles „außerGewöhnlich“

70 Jahre GEDOK Bonn

verlängert bis 12. März 2023

Die GEDOK Bonn wurde im Mai 1952 gegründet und feiert in diesem Jahr ihren 70. Geburtstag. Sie ist die älteste noch bestehende Künstlerinnen-Gruppe in Bonn. GEDOK steht für Gemeinschaft der Künstlerinnen und Kunstfördernden.

Das Thema ist,  wir können alles „außerGewöhnlich“

Alles was außerhalb des Gewöhnlichen/Gewohnten liegt. Überraschende neue Sichtweisen, Ansichten, Denk-und Anschauungs-Ansätze, um die Ecke gedacht/gesehen, Vorstellungen die über das gewohnte Maß hinausgehen (fiktional, utopisch, märchenhaft). Außergewöhnlich will provozieren und auffallen.

Es werden Arbeiten von 42 Künstlerinnen gezeigt, in den unterschiedlichsten Techniken, wie Malerei, Fotografie, Grafik, Zeichnung, Skulptur, Installation, Video und Schriftkunst.

Vernissage: Samstag, 19.11.22 um 16 Uhr, Grußwort von Franziska Behrentin (1. Vorsitzende GEDOK Bonn), Katja Dörner (Oberbürgermeisterin Bonn), Dr. Barbara Scheuermann (Kunstmuseum Bonn)

Kuratorin: Waltraud Pritz

Künstlerinnen: Miep Adenacker, Iris Adomeit, Alexandra Birschmann, Birgit Brandt-Siefart, Rosemarie Bühler, Birgitta Büssow, Ellen R. Dornhaus, Anja Eichen, Anja-Katrin Grimm, Sabine A. Hartert, Irmgard Hofmann, Irmelis Hochstetter, Barbara Hoock, Annette Kipnowski, Ute Krautkremer, Monika Kropshofer, Petra Kulcsar, Karin Kunczik-Rüdiger, Clotilde Lafont-König, Stefanie Lange, Traudel Lindauer, Christine Ludwigs, Cheryl McIntosh, Astrid Meiners-Heithausen, Ljiljana Nedovic-Hesselmann, Sabine Puschmann-Diegel, Claudia Quick, Veronika Rappaport, Cathrin Reiss, Ricarda Rommerscheidt, Christiane Rücker, Simone de Saree, Brigitte Schlombs, Angelika Schneeberger, Christiane Simonis, Christine Theile, Gisela Thielmann, Helga Thomas-Berke, Regina Thorne, Eva M. Töpfer, Cesa Wendt, Katja Zander.

 

Zsuzsi Rákosfalvy

Ich kenne wenig Farben, aber die sehen mich.

4. Dezember bis Ende Januar 2023

In kleinen Formaten in Öl auf Holz zeigen die frühen Gemälde von Zsuzsi Livia Rákosfalvy (kurz: Zsuzsi) eine persönliche, intime Welt. In der Zusammenschau lassen sich aber Tendenzen und Leitmotive erkennen, die im Werk über das persönliche Erleben hinaus auf eine soziale und politische Dimension schließen lassen. Die Tafeln sind in einem Jahrzehnt ab Mitte der 1970er entstanden. Sie zeigen vereinzelt Figuren in reduzierten Landschaften, etwa die „Seifenbläserin, die alleine auf einem Hügel stehend mit einer Pfeife eine Reihe von Blasen (die zu Globen und Monden werden) hervorbringt.

 

Der „Alkoholiker “ lässt den Kopf höngen angesichts der Spur von Flaschen, die vor (oder hinter) ihm liegen. Der „Akrobat“ ist nackt unter seinem Hemd, lässt sich von dem Umstand aber nicht vom gekonnten Handstand abhalten. Sisypha, eine Figur, die in Zsuzsis Werken bis heute auftaucht, geht ihrem mühseligen Geschäft nach, indem sie etwa von einem Wollknäuel strickt, das immer wieder einen Hügel hinabrollt. Diese Figuren erwecken den Eindruck von Archetypen, sie sind weniger Porträts mit Persönlichkeit als vielmehr Handelnde in allegorischen Zusammenhängen.

Jeder Mensch ist eine Perle!

15. Januar bis 26. Februar 2023

„Das gemeinsame künstlerische Schaffen von vielen mag sich den gängigen Vorstellungen von „Kunstmachen“ entziehen! Ist aber ein zutiefst menschliches Bedürfnis! Wie wäre es, wenn ein Kunstwerk auf ein großes Thema eine ernsthafte Antwort versucht und viele einlädt, sich zu beteiligen und dabei mitzumachen?“

Das gegenwärtige Drama auf dem Mittelmeer und das Ertrinken von tausenden Menschen nimmt seit 2014 gut dokumentiert seinen tragischen Verlauf. Aufgerüttelt und schockiert durch die Bilder einer TV Dokumentation fühlte sich die Goldschmiedin und Schmuckdesignerin Petra Georg-Achenbach aufgerufen, etwas zu unternehmen. Ausgestattet mit einem Stipendium vom Ministerium für Kultur und Wissenschaft NRW im Rahmen der Coronahilfen startete sie noch im Jahr 2021 eine ungewöhnliche Aktion: „Jeder Mensch ist eine Perle!“. Öffentlichkeitswirksam ruft sie seither dazu auf, ihr eine Perle zu schenken aus denen sie ein Kunstwerk gestaltet, das zu einem Erinnerungsort für diese ertrunkenen Menschen wird. Ihre Bedingungen: daran beteilige ich so viele Menschen wie möglich, jede Perle soll zu sehen sein und das Kunstwerk soll transportfähig bleiben. 

Nun wächst diese Installation seit April 2021 und hatte während zwei Ausstellungen mehr als 1.500 Besucher:innen.

Jetzt, im Frauenmuseum und mit „Bonner Perlen“, möchte die Künstlerin versuchen, 400 weitere Perlenspender:innen zu gewinnen und das Kunstwerk weiter wachsen zu lassen. Wenn Sie sich an diesem eindrücklichen Zeichen für mehr Humanität beteiligen möchten, dann bringen Sie einen Kommentar und/oder Ihre Perle (echt oder nicht, aber gut verpackt) mit ins Frauenmuseum. Wenn Sie sich über den weiteren Werdegang informiert halten wollen, fügen Sie bitte Ihre Email-Adresse hinzu. Schenken Sie uns Ihre Perle!

Die Ausstellung begleitet ein Rahmenprogramm, welches im Frauenmuseum zu sehen und zu hören sein wird und das den bisherigen Spender:innen und Interessierten gewidmet ist. Danke für Eure unentbehrliche Hilfe!

So. 15.01.2023, Eröffnung um 15h mit Philip Engelbutzeder und erste Führung mit dem PerlenTeam Petra Georg-Achenbach und Ralf Maria Schröder 

So. 22.01.2023, 14h, installationsbegleitende Lesung mit Annika Schilling, Ensemblemitglied v. Theater Bonn

So. 29.01.2023, ab 14h Führung und Vortrag: Was hat die Entstehung des Tangos mit einer Installation aus dem Jahre 2022 zu tun? Von 15 bis 18 Uhr Milonga Migrante im EG Café des Museums. 

Für die Finissage am So. 26. Februar ab 15h wünschen wir uns einen oder mehrere Gesänge, welche die Installation bereichern. Egal ob Profi, Amateur:in oder Chor – Sie sind herzlich eingeladen! Bitte teilen Sie uns ihr Kommen für die Planung mit: petra-georg-achenbach@t-online.de. 

www.petra-georg-achenbach.de oder auf Instagram: #jedermenschisteineperle 

 

Entwicklung der deutschen Frauenbewegungen

März  – Juni 2023

Rechte bekommt niemand geschenkt, sie müssen erkämpft werden! 

Als Geburtsstunde der deutschen Frauenbewegung gilt die Gründung des Allgemeinen Deutschen Frauenvereins in Leipzig 1865, der sich das Recht von Frauen auf Bildung und Erwerb auf die Fahne schrieb. Um 1900 nahmen fortschrittliche Frauenrechtlerinnen einen weiteren Schwerpunkt in den Katalog ihrer Forderungen: das aktive und passive Frauenwahlrecht. Je mehr die Bewegung wuchs, desto deutlicher zeigten sich die Unterschiede zwischen den bürgerlichen Frauen und Arbeiterinnen, aber auch innerhalb bürgerlicher Kreise zwischen dem konservativ-gemäßigten Flügel und den sogenannten Radikalen.

Den Zugang zu Gymnasium und Universität erkämpften sich Frauen im ersten Jahrzehnt des 20. Jahrhunderts, das Frauenwahlrecht erhielten sie durch die Revolution 1918, aber die Politikerinnen konnten nur sehr langsam Frauenrechte durchsetzen. Ein weiterer Meilenstein auf dem Weg zur Emanzipation war die Verankerung der Gleichberechtigung im Grundgesetz 1949 – allerdings wieder mit wenigen praktischen Verbesserungen.

Im Kontext breiter Proteste gegen der $218 schlossen sich junge Frauen in den 1970er Jahren zusammen, um u.a. für Selbstbestimmung, das Recht auf den eigenen Körper, für eine Frauenöffentlichkeit und gegen Männergewalt zu kämpfen. Es ist ihr großes Verdienst, Gewalt an Frauen enttabuisiert und die ersten Frauenhäuser initiiert zu haben. Im Gegensatz zur alten Frauenbewegung war die Neue unorganisiert und autonom, nicht an Parteien, Konfessionen oder Berufsgruppen gebunden. Sie entwickelte sich auf vielen Ebenen mit vielfältigen Schwerpunkten. So bewirkte sie nachhaltige Veränderungen in der Gesellschaft bis in die Politik.

Seit der Jahrtausendwende entwickelt sich eine dritte feministische Welle. Ausgehend von der Dekonstruktion der biologischen Geschlechter plädiert sie für pluralisierte Gender-Konzeptionen und eine selbstbestimmte sexuelle Orientierung.

Führende Frauen der gemäßigten bürgerlichen Bewegung (Gartenlaube 1894)

Autonomer Bundesfrauenkongress 1972 in Frankfurt (FrauenMediaTurm, © Ingeborg Werth)